Lebesguemessbare Funktionen
Unter Zurückführung auf die bekannte Lebesguemessbarkeit von Mengen führen wir nun den Begriff der Lebesguemessbaren Funktionen ein.
Die Bedingung \( f(x)\gt 0 \) in dieser Definition kann äquivalent ersetzt werden durch eine der folgenden Bedingungen:
| \( \circ \) | \( \{x\in\Omega\,:\,f(x)\ge c\} \) Lebesguemessbar ist für alle \( c\in\mathbb R, \) oder |
| \( \circ \) | \( \{x\in\Omega\,:\,f(x)\lt c\} \) Lebesguemessbar ist für alle \( c\in\mathbb R, \) oder |
| \( \circ \) | \( \{x\in\Omega\,:\,f(x)\le c\} \) Lebesguemessbar ist für alle \( c\in\mathbb R. \) |
Es sei \( f \) Lebesguemessbar. Betrachte die folgenden Mengen \[ \begin{array}{lll} \Omega_1\!\!\! & := & \!\!\!\displaystyle \{x\in\Omega\,:\,f(x)\ge c\} \,=\,\bigcap_{k=1}^\infty\left\{x\in\Omega\,:\,f(x)\gt c-\frac{1}{k}\right\}, \\ \Omega_2\!\!\! & := & \!\!\!\displaystyle \{x\in\Omega\,:\,f(x)\lt c\} \,=\,\Omega\setminus\{x\in\Omega\,:\,f(x)\ge c\}, \\ \Omega_3\!\!\! & := & \!\!\!\displaystyle \{x\in\Omega\,:\,f(x)\le c\} \,=\,\bigcap_{k=1}^\infty\left\{x\in\Omega\,:\,f(x)\lt c+\frac{1}{k}\right\}, \\ \Omega_4\!\!\! & := & \!\!\!\displaystyle \{x\in\Omega\,:\,f(x)\gt c\} \,=\,\Omega\setminus\left\{x\in\Omega\,:\,f(x)\le c\right\}. \end{array} \] Wir argumentieren nun wie folgt:
| \( \circ \) | die Lebesguemessbarkeit von \( f \) impliziert die Lebesguemessbarkeit von \( \Omega_1 \) als Durchschnitt abzählbar vieler, Lebesguemessbarer Mengen; |
| \( \circ \) | die Lebesguemessbarkeit von \( \Omega_1 \) impliziert die Lebesguemessbarkeit von \( \Omega_2 \) als Differenz zweier Lebesguemessbarer Mengen; |
| \( \circ \) | die Lebesguemessbarkeit von \( \Omega_2 \) impliziert die Lebesguemessbarkeit von \( \Omega_3 \) als Durchschnitt abzählbar vieler Lebesguemessbarer Mengen; |
| \( \circ \) | die Lebesguemessbarkeit von \( \Omega_3 \) impliziert die Lebesguemessbarkeit von \( \Omega_4 \) als Differenz zweier Lebesguemessbarer Mengen. |
Damit ist alles bewiesen.\( \qquad\Box \)
Für unser erstes Beispiel einer Lebesguemessbaren Funktion notieren wir den
Mit einem beliebigen \( c\in\mathbb R \) betrachten wir die offene Menge \[ \Theta:=(c,+\infty)\subset\mathbb R. \] Da \( f \) stetig ist, ist das Urbild \( f^{-1}(\Theta) \) ebenfalls offen und damit Lebesguemessbar. Das zeigt die Behauptung.\( \qquad\Box \)
Ebenso sind Riemannintegrierbare Funktionen auf Jordanmessbaren Mengen Lebesguemessbar. In unseren bisherigen Vorlesungen haben wir allerdings das Riemannintegral nur auf eindimensionalen, kompakten Intervallen kennengelernt. Die Lebesguemessbarkeit und Lebesgueintegrierbarkeit von in diesem Sinne Riemannintegrierbarer Funktionen werden wir im Kapitel zum Lebesgueintegral nachholen.
Rechnen im erweiterten Zahlenraum
Lebesguemessbare Funktionen nehmen auch Werte in dem aus der Analysis 1 bekannten erweiterten Zahlenraum an \[ \overline{\mathbb R}=\mathbb R\cup\{\pm\infty\}\,. \] Wir müssen also Regeln für das Rechnen in \( \overline{\mathbb R} \) vereinbaren. Und zwar sollen für alle \( x\in\mathbb R \) richtig sein:
| \( \circ \) | \( -\infty\lt x\lt\infty \) |
| \( \circ \) | \( \infty+x=x+\infty=\infty \) und \( \infty+\infty=\infty \) |
| \( \circ \) | ist \( a\gt 0 \) oder \( a=\infty, \) so sind \( \infty\cdot a=a\cdot\infty=\infty \) und \( (-\infty)\cdot a=a\cdot(-\infty)=-\infty \) |
| \( \circ \) | ist \( a\lt 0 \) oder \( a=-\infty, \) so sind \( \infty\cdot a=a\cdot\infty=-\infty \) und \( (-\infty)\cdot a=a\cdot(-\infty)=\infty \) |
| \( \circ \) | \( \infty\cdot 0=0\cdot\infty=0 \) und \( (-\infty)\cdot 0=0\cdot(-\infty)=0 \) |
Nicht definiert werden \( \infty+(-\infty) \) und \( (-\infty)+\infty. \)
Erste Eigenschaften - Vorbereitungen
Wir wollen nun nach der Lebesguemessbarkeit von Summe und Produkt Lebesguemessbarer Funktionen fragen. Dazu dienen uns die folgenden vorbereitenden Betrachtungen.
Wir betrachten nur den Fall \( f(x)\equiv C\in\mathbb R. \) Dann ist \[ \{x\in\Omega\,:\,f(x)\gt c\}=\{x\in\Omega\,:\,C\gt c\}\,, \] und für fest gewähltes \( c \) ist diese Menge leer, falls \( C\le c, \) und für \( C\gt c \) stimmt sie mit \( \Omega \) überein. In jedem Fall ist die Menge Lebesguemessbar.\( \qquad\Box \)
Unser zweites Resultat lautet:
Wir beachten nämlich \[ \begin{array}{l} \{x\in\Omega\,:\,f(x)\gt g(x)\} \\[2ex] \quad\displaystyle =\,\bigcup_{r\in\mathbb Q}\{x\in\Omega\,:\,f(x)\gt r\gt g(x)\} \\[2ex] \quad\displaystyle =\,\bigcup_{r\in\mathbb Q}\{x\in\Omega\,:\,f(x)\gt r\}\cap\{x\in\Omega\,:\,r\gt g(x)\}\,. \end{array} \] Die abzählbare Vereinigung rechts ist Lebesguemessbar, woraus die Behauptung folgt.\( \qquad\Box \)
Für unser erstes Beispiel einer Lebesguemessbaren Funktion notieren wir den
| (i) | der Betrag \( |f(x)| \) sowie die Abschneidefunktionen |
\[ f(x)^+:=\max\{f(x),0\},\quad f(x)^-:=\max\{-f(x),0\}\,; \]
| (ii) | das punktweise Maximum und das punktweise Minimum |
\[ f(x)\vee g(x):=\max\{f(x),g(x)\}\,,\quad f(x)\wedge g(x):=\min\{f(x),g(x)\}\,; \]
| (iii) | die Summe und das Produkt mit einem reellen Skalar |
\[ f(x)+\alpha,\quad \alpha\cdot f(x) \quad\mbox{mit}\ \alpha\in\mathbb R; \]
| (iv) | die punktweise Summe und das punktweises Produkt |
\[ f(x)+g(x),\quad f(x)\cdot g(x). \]
| (i) | Für beliebiges \( c\in\mathbb R \) ermitteln wir |
\[ \{x\in\Omega\,:\,|f(x)|\lt c\} =\{x\in\Omega\,:\,f(x)\lt c\}\cap\{x\in\Omega\,:\,f(x)\gt -c\}\,. \]
| Beide Mengen rechts sind Lebesguemessbar, da \( f \) Lebesguemessbar ist. Also ist \( |f| \) Lebesguemessbar. Die Lebesguemessbarkeit von \( f^+ \) und \( f^- \) folgen aus (ii). | |
| (ii) | Hierzu beachten wir |
\[ \{x\in\Omega\,:\,(f\wedge g)(x)\gt c\} =\{x\in\Omega\,:\,f(x)\gt c\}\cap\{x\in\Omega\,:\,g(x)\gt c\} \]
| sowie |
\[ \{x\in\Omega\,:\,(f\vee g)(x)\gt c\} =\{x\in\Omega\,:\,f(x)\gt c\}\cup\{x\in\Omega\,:\,g(x)\gt c\}\,. \]
| Auch hier sind die rechten Seiten jeweils Lebesguemessbar, was die Lebesguemessbarkeit von \( f\wedge g \) und \( f\vee g \) impliziert. | |
| (iii) | Es ist |
\[ \{x\in\Omega\,:\,f(x)+\alpha\gt c\}=\{x\in\Omega\,:\,f(x)\gt c-\alpha\}\,, \]
| und aus der Lebesguemessbarkeit der rechten Seite schließen wir auf die Lebesguemessbarkeit von \( f+\alpha. \) Wir betrachten nun das Produkt \( \alpha f. \) Im Fall \( \alpha=0 \) ist \( \alpha f\equiv 0 \) und damit nach unseren vorbereitenden Betrachtungen als konstante Funktion Lebesguemessbar. Im Fall \( \alpha\not=0 \) haben wir |
\[ \{x\in\Omega\,:\,\alpha f(x)\gt c\}=\{x\in\Omega\,:\,f(x)\gt\alpha^{-1}c\}\,,\quad\text{falls}\ \alpha\gt 0, \]
| und ebenso |
\[ \{x\in\Omega\,:\,\alpha f(x)\gt c\}=\{x\in\Omega\,:\,f(x)\lt\alpha^{-1}c\}\,,\quad\text{falls}\ \alpha\lt 0. \]
| Beide Mengen sind Lebesguemessbar und damit auch \( \alpha f. \) | |
| (iv) | Nun beachten wir |
\[ \{x\in\Omega\,:\,f(x)+g(x)\gt c\}=\{x\in\Omega\,:\,f(x)\gt c-g(x)\}\,. \]
| Da \( f \) und \( g \) Lebesguemessbar sind, ist auch diese Menge Lebesguemessbar nach unseren vorbereitenden Betrachtungen. Ferner ist |
\[ \{x\in\Omega\,:\,f(x)^2\gt c\}=\{x\in\Omega\,:\,f(x)\gt\sqrt{c}\}\cup\{x\in\Omega\,:\,f(x)\lt-\sqrt{c}\}\,. \]
| Wieder sind beide Mengen rechts Lebesguemessbar, d.h. mit \( f \) ist auch \( f^2 \) Lebesguemessbar. Damit schließen wir auch auf die Lebesguemessbarkeit des Produkts \( fg, \) denn es ist |
\[ fg=\frac{(f+g)^2-(f-g)^2}{4}\,, \]
| und mit \( f \) und \( g \) sind \( f+g, \) \( f-g \) sowie deren Quadrate Lebesguemessbar. |
Damit ist alles bewiesen.\( \qquad\Box \)
Grenzwerte Lebesguemessbarer Funktionen
Wir wollen nun Folgen \( \{f_k(x)\}_{k=1,2,\ldots} \) Lebesguemessbarer Funktionen betrachten und deren Grenzwerte auf Lebesguemessbarkeit untersuchen. Dazu beginnen wir mit dem
Es gilt zunächst, wie wir nachweisen wollen, \[ A:=\{x\in\Omega\,:\,f(x)\gt c\}=\bigcup_{k=1}^\infty\{x\in\Omega\,:\,f_k(x)\gt c\}=:B. \] Sei nämlich \( z\in A. \) Dann gilt \( f(z)\gt c, \) und es existiert ein \( m\in\mathbb N \) mit \( f_m(z)\gt c \) und damit \( z\in B,\) was \( A\subseteq B \) zeigt. Sei andererseits \( z\in B. \) Dann existiert ein \( m\in\mathbb N \) mit \( f_m(z)\gt c, \) und es folgt \( z\in A, \) was \( B\subseteq A \) zeigt. Es folgt die behauptete Mengenidentität. Diese Identität bedeutet aber, dass \( A \) als abzählbare Vereinigung Lebesguemessbarer Mengen ebenfalls Lebesguemessbar ist, d.h. es ist auch \( f \) Lebesguemessbar. Die Lebesguemessbarkeit von \( g \) folgt aus \[ \inf\,\{f_k(x)\,:\,k\in\mathbb N\}=\sup\,\{-f_k(x)\,:\,k\in\mathbb N\}\,. \] Damit ist der Satz bewiesen.\( \qquad\Box \)
Unser zweites Resultat ist der
Nach → F. Sauvigny, Kapitel 1, Abschnitt 1.3, Satz 1.24, gelten \[ \begin{array}{l} \displaystyle \limsup_{k\to\infty}f_k(x)=\inf\Big\{\sup\,\{f_k(x)\,:\,k\ge n\}\,:\,n\in\mathbb N\Big\}\,, \\[1ex] \displaystyle \liminf_{k\to\infty}f_k(x)=\sup\Big\{\inf\,\{f_k(x)\,:\,k\ge n\}\,:\,n\in\mathbb N\Big\}\,. \end{array} \] Nach unserem vorigen Satz sind aber die rechten Seiten Lebesguemessbar, weshalb auch die linken Seiten \( f \) und \( g \) Lebesguemessbar sind. Existiert schließlich der punktweise Grenzwert, so stimmt er mit \( f \) bzw. \( g \) überein und ist damit ebenfalls Lebesguemessbar.\( \qquad\Box \)
Anwendung auf die Dirichletsche Sprungfunktionen
Es sei \( q_1,q_2,\ldots \) eine Abzählung von \( \mathbb Q\cap[0,1]. \) Wir setzen \[ f^{(k)}(x) :=\left\{ \begin{array}{ll} 1, & \mbox{falls}\ x\in\{q_1,q_2,\ldots,q_k\} \\ 0, & \mbox{sonst} \end{array} \right.. \] Jede Funktion \( f^{(k)} \) ist Lebesguemessbar, also auch der punktweise Grenzwert \[ \chi_D(x):=\lim_{k\to\infty}f^{(k)}(x),\quad x\in[0,1], \] die uns bekannte Dirichletsche Sprungfunktion. Außerdem ist jede Funktion \( f^{(k)} \) Riemannintegrierbar mit dem gewöhnlichen Riemannintegral \[ \int\limits_0^1f^{(k)}(x)\,dx=0,\quad k=1,2,\ldots \] Aber die Dirichletsche Sprungfunktion ist nicht Riemannintegrierbar. Mit dem Lebesgueintegral wird es uns aber gelingen, dieses Problem aufzulösen.
Nach G.C. Young und W.H. Young lassen sich Lebesguemessbare Funktionen durch sogenannte einfache Funktionen approximieren. Darunter verstehen wir folgendes.
Einfache Funktionen nehmen also nur endlich viele Werte an. Ferner sind einfache Funktionen Lebesguemessbar, da wir in unserer Definition Lebesguemessbarkeit aller \( \Omega_k \) gefordert haben. Zur Definition einfacher Funktionen wäre diese Forderung aber nicht notwendig, müsste dann aber in unseren späteren Untersuchungen stets gesondert gestellt werden.
Tatsächlich können wir in obiger Definition auch den Fall \( \Omega=\emptyset \) zulassen, denn unter dieser Voraussetzung lassen sich alle weiteren Forderungen korrekt formulieren. Aus diesem Grund unterdrücken wir im Folgenden die Bedingung \( \Omega\not=\emptyset. \)
Da \( f \) Lebesguemessbar ist, sind auch \( f^+ \) und \( f^- \) Lebesguemessbar. Unter Beachtung von \[ f(x)=f^+(x)-f^-(x),\quad x\in\Omega, \] genügt es also, nichtnegative Funktionen zu betrachten und für den allgemeinen Fall die nachfolgende Argumentation auf \( f^+ \) und \( f^- \) anzuwenden. Es sei \( f\ge 0. \) Auf den Mengen \[ \Omega_i^k:=\left\{x\in\Omega\,:\,\frac{i-1}{2^k}\le f(x)\lt\frac{i}{2^k}\right\},\quad \Omega_\infty^k:=\{x\in\Omega\,:\,k\le f(x)\} \] betrachten wir die einfachen Funktionen \[ \varphi^{(k)}(x):=\sum_{i=1}^{k\cdot 2^k}\frac{i-1}{2^k}\,\chi_{\Omega_i^k}(x)+k\chi_{\Omega_\infty^k}(x),\quad k=1,2,\ldots \] Zur Veranschaulichung der monotonen und punktweisen Konvergenz betrachten wir insbesondere die Funktionen \( \varphi^{(1)} \) und \( \varphi^{(2)}, \) zunächst also \[ \varphi^{(1)}(x) =0\cdot\chi_{\Omega_1^1}(x)+\frac{1}{2}\,\chi_{\Omega_2^1}(x)+\chi_{\Omega_\infty^1}(x) =\left\{ \begin{array}{cl} \displaystyle 0, & \displaystyle \text{falls}\quad 0\le f(x)\lt\frac{1}{2} \\[1ex] \displaystyle \frac{1}{2}\,,\ & \displaystyle\text{falls}\quad \frac{1}{2}\le f(x)\lt 1 \\[1ex] 1, & \text{falls}\quad 1\le f(x) \end{array} \right. \] mit den Mengen \[ \Omega_2^1=\left\{x\in\Omega\,:\,\frac{1}{2}\le f(x)\lt 1\right\},\quad \Omega_\infty^1=\{x\in\Omega\,:\,1\le f(x)\}\,. \] Offenbar gilt \[ \varphi^{(1)}(x)\le f(x),\quad x\in\Omega. \] Für \( k=2 \) haben wir \[ \begin{array}{rcl} \varphi^{(2)}(x)\!\!\! & = & \displaystyle\!\!\! 0\cdot\chi_{\Omega_1^2}(x)+\frac{1}{4}\,\chi_{\Omega_2^2}(x)+\frac{2}{4}\,\chi_{\Omega_3^2}(x)+\frac{3}{4}\,\chi_{\Omega_4^2}(x)+\frac{4}{4}\,\chi_{\Omega_5^2}(x) \\[1.8ex] & & \displaystyle\!\!\! +\,\frac{6}{4}\,\chi_{\Omega_6^2}(x)+\frac{7}{4}\,\chi_{\Omega_7^2}(x)+2\chi_{\Omega_\infty^2}(x) \end{array} \] bzw. ausführlicher \[ \varphi^{(2)}(x) =\left\{ \begin{array}{cl} \displaystyle 0, & \displaystyle\text{falls}\quad 0\le f(x)\lt\frac{1}{4} \\[1.8ex] \displaystyle \frac{1}{4}\,, & \displaystyle\text{falls}\quad\frac{1}{4}\le f(x)\lt\frac{1}{2} \\[1.8ex] \displaystyle \frac{1}{2}\,, & \displaystyle\text{falls}\quad\frac{1}{2}\le f(x)\lt\frac{3}{4} \\[1.8ex] \displaystyle \frac{3}{4}\,, & \displaystyle\text{falls}\quad\frac{3}{4}\le f(x)\lt 1 \\[1.8ex] \displaystyle 1, & \displaystyle\text{falls}\quad 1\le f(x)\lt\frac{5}{4} \\[1.8ex] \displaystyle \frac{5}{4}\,, & \displaystyle\text{falls}\quad\frac{5}{4}\le f(x)\lt\frac{6}{4} \\[1.8ex] \displaystyle \frac{6}{4}\,, & \displaystyle\text{falls}\quad\frac{6}{4}\le f(x)\lt\frac{7}{4} \\[1.8ex] \displaystyle \frac{7}{4}\,, & \displaystyle\text{falls}\quad\frac{7}{4}\le f(x)\lt\frac{8}{4} \\[1.8ex] \displaystyle 2, & \displaystyle\text{falls}\quad 2\le f(x) \end{array} \right.. \] Offenbar gilt \[ \varphi^{(1)}(x)\le\varphi^{(2)}(x)\le f(x),\quad x\in\Omega. \] Dieses Verfahren setzen wir sukzessive fort. Ist nun \( f(x)\le M \) für ein \( x\in\Omega \) mit einem \( M\in\mathbb R, \) so existiert ein \( i\in\mathbb N \) mit \[ i-1\le 2^M\cdot f(x)\lt i\quad\text{bzw.}\quad\frac{i-1}{2^M}\le f(x)\lt\frac{i}{2^M} \] und damit \( x\in\Omega_i^M. \) Es folgt \[ |f(x)-\varphi^{(M)}(x)|\lt\frac{1}{2^M}\,, \] d.h. die Folge \( \{\varphi^{(k)}\}_{k=1,2,\ldots} \) konvergiert punktweise monoton wachsend gegen \( f. \) Gilt \( |f(x)|\le M \) für alle \( x\in\Omega, \) so gilt vorige Abschätzung gleichmäßig auf \( \Omega. \) Im Fall \( f(x)=+\infty \) für ein \( x\in\Omega \) ist \( x\in\Omega_\infty^k \) für alle \( k=1,2,\ldots\qquad\Box \)